Blutegeltherapie, Hirudotherapie, medizinischer Blutegel

Blutegeltherapie – wem und wo sie helfen kann

Die Blutegeltherapie

wissenschaftliche Bezeichnung Hirudotherapie, wird von der Mehrheit der Menschen mit der Kurpfuscherei erinnert. Zum Blutegel zeigt niemand das besondere Interesse, obwohl er sehr nützlich ist, denn sein Biss trägt die Heilung in sich. Seine Verwendung ist eine universelle, schmerzlose und natürliche Behandlungsform, die auf der Einheit aller lebendigen Wesen unseres Planeten gegründet ist. In der Natur wird nichts umsonst geschaffen, jedoch verstehen die Menschen nicht immer vernunftmäßig zu verwenden, was anscheinend ganz unnütz und sogar ekelhaft scheint.

Die Blutegeltherapie ist eine außergewöhnlich wirksame medizinische Therapie und wird heute in der Mikrochirurgie, Gynäkologie, Kardiologie, Dermatologie, Immunologie usw. gebraucht. Ebenfalls gibt es medizinische Forschungen mittels der Blutegel onkologische Erkrankungen und das AIDS erfolgreich zu behandeln.

Es sind 400 Arten der Egel bekannt, die etwa identisch aussehen und sich in der Hauptsache nur durch die Farbzusammenstellung unterscheiden. Die Egel kommen schwarz, grünlich oder bräunlich vor. In der medizinischen Praxis werden nur zwei Arten der Egel verwendet, der Hirudo medicinalis und Hirudo officinalis. Diese Egel werden heute für die medizinische Verwendung gezielt gezüchtet und beispielsweise in Russland als “Apothekenegel” gehandelt.

Die Behandlung mit dem Egel

hat in der traditionellen Medizin vieler Kulturen ihren festen Platz, so auch in der traditionellen russischen Medizin. Erwähnung findet sie bereits in alten persischen, jüdischen und indianischen Texten. Während der Jahrtausende war die populärste Weise der Behandlung bei vielen Krankheiten, die Entfernung des schlechten überflüssigen Blutes, ähnlich des Aderlasses.

Die Hauptwirkung des Blutegels wird durch das Sekret hervorgerufen, dass er während des Saugvorgangs in die Wunde abgibt. Es enthält verschiedene Inhaltsstoffe, so als wichtigen Bestandteil das Hirudin mit einem lokalen gerinnungs- und entzündungshemmenden Effekt. Es verdünnt das Blut, wirkt entkrampfend und fördert die Durchblutung. Eine weitere wichtige Substanz des Sekretes ist das Calin, das ebenfalls die Blutgerinnung hemmt, aber im Gegensatz zum Hirudin eine wesentlich längere Wirkzeit besitzt.

Für die Blutegeltherapie gibt es nur wenige Gegenanzeigen. Nicht angewandt werden darf sie bei Menschen mit Hämophilie, hemorragischer Diathese, Schwangerschaft, dauerhaftem niedrigem Blutdruck, Immunschwäche und bekannter Allergie gegen Inhaltsstoffe des Blutegelsekretes. Vor der Anwendung der Blutegetherapie muss das Blut auf seine Gerinnbarkeit untersucht werden. Bei einer langen Blutung ist eine Blutegeltherapie kontraindiziert.

Wem kann die Blutegeltherapie helfen?

Die Blutegeltherapie kann vor allem den Menschen helfen, deren Erkrankung zur Entwicklung von Stagnationserscheinungen neigt.

Wo kann die Blutegeltherapie helfen?

Die Blutegeltherapie hilft ausgezeichnet bei Hämorrhoiden, Thrombophlebitis, Mastophathie und varikoser Erweiterung der Adern (Krampfadern) der Beine und des Beckens.
Gut hat sich die Blutegeltherapie bei der Behandlung gynäkologischer Erkrankungen bewährt, wie chronischen entzündlichen Prozessen und Störungen des Menstruationszyklus in den Wechseljahren. Sie kann ebenfalls den Frauen helfen, die an Unfruchtbarkeit leiden.
Mit Hilfe der Blutegeltherapie werden auch verschiedene Erkrankungen des Herz-Gefäß-Systems, wie Hypertonie, Ischämie, verschiedene Dystonien, Atherosklerose, Stenokardie, Hirnschlag und Infarkt behandelt. Es treten verschiedene Hauterkrankungen zurück, wie Deermatosen, Psoriase, Neurodermitis, Ausschlage und Ekzeme. Ebenfalls ist die Blutegeltherapie sehr wirksam bei trophischen Geschwüren. Sie hilft beim Kampf gegen Verfettung, Zellulitis, Diathese, Steinen der Nieren und Gallenblase. Verwendet wird sie bei Erkrankungen der Harnwege, Diabetes, Augen, Schilddrüse, Mundhöhle, Kieferhöhlen- und Ohrenentzündung. Wirksam ist sie auch bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Neurosen und Schwindel, Epilepsie, Migräne und Neuritis der Gehörnerven.
Weiterhin hilft die Blutegeltherapie bei Radikulitis, Rheuma, Arthritis, Arthrose und Osteochondrose. Sie beschleunigt die Heilung von Wunden und die Genesung nach Verletzungen. Die Blutegel nehmen auch das Ödem ab. Auch bei Problemen des Magen-Darm-Kanals hilft die Hirudotherapie sehr gut, wie Verstopfungen, Cholezystitiden, Magenentzündungen, Pankreatitis, Kolitis, Zirrhose und Dyskinesie der Gallenwege.

Wie wird eine Blutegeltherapie durchgeführt?

Für die Behandlung im Rahmen einer Blutegeltherapie werden nur gesunde Blutegel verwendet. Hierbei hilft eine einfache Prüfung – der Egel wird in die Hand genommen und mit den Fingern leicht gedrückt. Normal ist es, wenn der Egel mit der starken Kürzung des Muskelsackes reagiert und sich zum Klumpen zusammenpresst. Sein Körper wird elastisch und dicht, sich im Umfang wesentlich verringernd.
Die Egel werden Menschen nicht beißen, die eine schmutzige Haut haben oder Alkohol ausdünsten. Auch beißen sie Menschen nicht, deren Haut nach Duftstoffen oder aromatischen Cremes riecht. Es ist am besten, sich vor der Нirudotherapie ohne Benutzung von Seife oder Duschgels zu duschen.
Zum Beginn der Behandlung während einer Blutegeltherapie wird die Haut an jener Stelle, wo der Egel beißen soll, mit Spiritus (70 %) abgerieben und darauf nach 30 Sekunden das Prüfglas mit dem Egel gestellt.
Während der Behandlung kann man liegen oder sitzen. Für eine Behandlung werden gewöhnlich von 1 bis zu 7 Egel (öfter 2-3) herangestellt. Der Egel wird dazu im Voraus in das Prüfglas gegeben, so dass sein Mund zum Beißen bereit ist. Später wird das Glas mit der Öffnung auf die Stelle der Einwirkung gestellt und fest auf die Haut gedrückt.
Gewöhnlich beißt der Blutegel für 5 bis 10 min und konsumiert dabei 3–5 ml Blut. Wenn er beginnt, sich “zu ernähren”, ist das an wellenförmigen Bewegungen seines Körpers erkennbar. In den ersten Minuten wird an der Bissstelle das leichte Brennen empfunden. Die Behandlung kann bis zu 60 Minuten dauern, darüber hinaus wird nicht empfohlen. Nach dem die Egel satt sind, fallen sie selbst vom Körper ab. Wenn das nicht geschieht, so können sie mit Hilfe eines Tupfers, der mit einer Jodlösung oder Spiritus (70 %) angefeuchtet ist, entfernt werden. Der Tupfer wird an jene Stelle herangebracht, wo der Egel in die Haut beißt.
Aus hygienischen Gründen darf ein Blutegel für eine Blutegeltherapie nur einmalig verwendet werden. Nach seiner Verwendung wird er in einen Behälter mit 0,1 % Chloramin-Lösung gegeben, dann verpackt und im biologischen Müll entsorgt.

Auf der Bissstelle bleibt eine Wunde, aus der in der Regel das Blut über 16 bis 18 Stunden noch ein wenig fließt. Es ist nicht empfehlenswert, die Wunde mit etwas zu schmieren, da es die vom Egel in der Bissstelle hinterlassenen heilsamen Mikroben sicher zerstört. Die Wunde kann mit saugfähigem sterilem Material abgedeckt werden, das mittels Leukoplast oder einem Verband fixiert wird. Gut geeignet sind Monatsbinden, wie sie während der weiblichen Menstruation verwendet werden. Je nach dem, wie die Binde nass wird, wird sie ausgetauscht.

Nach der Behandlung mit dem Blutegel

ist es für 1 bis 2 Tage besser, nicht zu baden oder zu duschen, um die Beschädigung der Bisswunden des Egels zu vermeiden. Die Spuren der Bisse heilen in Form von Punkten innerhalb von 10 bis 15 Tagen zu, wobei individuell abhängig kleine Narben zurückbleiben können. Öfter bleiben diese Narben auf der Haut der Beine, seltener auf anderen Körperflächen wie Brust oder Bauch. Gewöhnlich verringern sie sich nach einiger Zeit und werden unmerklich.

Es können Schwäche, Schwindel, Erhöhung der Temperatur des Körpers bis zu 37 bis 37,5 °C, leichte Röte der Haut und das unbedeutende Ödem an den Bissstellen erscheinen. Fachleute halten solche Erscheinungen für eine Erscheinungsform der Heileinwirkung der Blutegeltherapie auf den Organismus.

Am Tag der Behandlung sollten Bonbons, eine Tafel Schokolade oder süßer Saft mitgenommen und nach deren Abschluss (während der Erholung) gegessen werden. Wenn im Laufe der Behandlung nicht mehr als drei Egel verwendet wurden, so kann bereits am nächsten Tag die Wiederholung erfolgen. Bei der Verwendung von vier oder mehr Egeln, ist es empfehlenswert, eine Pause von 3 bis 6 Tagen zu machen.