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Skelett und Muskeln – der stütz-motorische Apparat

Die Muskeln

Jeder gesunde Mensch besitzt 656 Muskeln, wobei diese beim Mann etwa 40 %, bei der Frau etwa 23 % der Gesamtkörpermasse ausmachen. Die Muskeln gewährleisten die ganze Mannigfaltigkeit der Bewegungen, die im Organismus geschehen. Bei den Muskeln wird nach glatter Muskulatur und quergestreifter Muskulatur unterschieden. Die glatten Muskeln bilden die Muskulatur der inneren Organe, wie Darm, Blutgefäße, Harn- und Genitaltrakt. Sie sind nicht dem Willen unterworfen, sondern werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Glatte Muskeln ziehen sich verhältnismäßig langsam zusammen. Kennzeichnend für sie sind ein extrem hoher Verkürzungsgrad und eine geringe Ermüdbarkeit. Quergestreifte Muskeln bilden vor allem die Skelett- und Herzmuskulatur. Sie können sich schneller und kräftiger zusammenziehen als glatte Muskeln. Die Herzmuskeln sind eine Sonderform der quergestreiften Muskeln. Sie sind für Dauerbelastung geeignet und werden ebenfalls unwillkürlich gesteuert.
Für die willkürlichen, aktiven Körperbewegungen (zum Beispiel die Bewegung von Armen und Beinen) sind vor allem die Skelettmuskeln zuständig. Skelettmuskeln finden wir ebenfalls in der Zunge, in den Muskeln des Kehlkopfes und in der Muskulatur des Zwerchfells, obwohl hier ihre Aufgabe nicht die Bewegung des Skeletts ist. Insgesamt werden 400 Skelettmuskeln unterschieden. Die Entwicklung der Skelettmuskeln bestimmt das Relief des Körpers, seine Form, besonders bei den Männern in bedeutendem Grade.
Der Skelettmuskel ist von Muskelfasern und umgebenden Bindegewebe gebildet. Zu jedem Muskel kommen ein oder mehrere Nerven und Blutgefäße heran. Das Blut zirkuliert im Muskel. Die Tätigkeit der Skelettmuskeln wird vom zentralen Nervensystem reguliert. Unter dem Einfluss der Nervenimpulse, die aus dem zentralen Nervensystem handeln, werden die Muskeln reflexiv verringert. Der Muskel wird aktiv, indem er sich anspannt und anschließend wieder entspannt, eine Bewegung und eine Kraft ausübt.

Die Muskelfasern verbinden sich in Bündel. Sie verfügen über eine große Elastizität und sind fähig, sich auszudehnen und zu verkürzen. Der Muskel wirkt auf die Knochen, die untereinander durch Gelenke verbunden sind, in der Art eines Hebels. In den Gliedmaßen bilden die langen Knochen das System der Hebel. Der Punkt zur Anlage der Kraft an die Hebel unseres Körpers (die Stelle der Befestigung des Muskels) befindet sich häufig nahe zum Punkt der Stütze (dem Gelenk). Deshalb sind die Muskeln gezwungen eine große Kraft zu entwickeln. Medizinische Quellen führen als Beispiel an, um mit der ausgestreckten Hand das Gewicht von 10 Kilogramm zu heben, müssen die Muskeln der Hand die Kraft von 100 Kilogramm entwickeln.

Nach der zu erfüllenden Funktion des Muskels teilen sie sich auf in den Streck- und Beugemuskel, bringend und abführend usw. Im Hinblick auf ihre Zusammenarbeit werden sie in gegenspielende und zusammenwirkende Muskeln unterteilt. Aufgrund des Umfangs ihrer zu leistenden mechanischen Arbeit, sind die Muskeln neben dem Nervensystem, einer der Hauptabnehmer unserer Körperenergie.
Bei der intensiven Muskelbelastung kann die Ermüdung der Muskeln eintreten. Das ist die Folge ihrer Arbeit, die aber nach der Erholung wieder verloren geht. Mit dem Training der Muskeln wird ihre Arbeitsfähigkeit erhöht, die Wiederaufbauprozesse nach ihrer Belastung geschehen schneller, als bei nicht trainierten Muskeln. Je fester beim Menschen das Muskelkorsett ist, desto mehr werden die Erscheinungsformen des Alterns der Wirbelsäule auf spätere Zeiten verschoben.
Altersveränderungen in der Wirbelsäule zeigen sich vor allem im Verlust früherer Beweglichkeit. Ursächlich dafür ist die nachlassende Stabilität und Elastizität der Bandscheiben.

Aus den obigen Darlegungen wird ersichtlich, wie hoch die Bedeutung der störungsfreien Funktion des stütz-motorischen Apparates für das persönliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ist. Es ist ein Apparat, der in gegenseitigen funktionellen Abhängigkeiten miteinander verbunden ist, den Sie daher gut pflegen und achtsam behandeln sollten.

Die häufigsten Erkrankungen

Zu den heute häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule gehört die Osteochondrose. Sie ist eine degenerative Knochen- und Knorpelveränderung – sowohl an den Gelenken, als auch an der Wirbelsäule. Die häufigste Form ist die Osteochondrose der Wirbelsäule beim erwachsenen Menschen durch eine andauernde und chronische Fehlbelastung der Wirbelsäule.
Bereits beim jungen Menschen, im Alter von zwanzig Jahren, beginnen die Bandscheiben sich zu verringern, die Flüssigkeit zu verlieren, die Elastizität, die Verbindung zwischen den Wirbeln wird gestört und die Wirbelsäule hört auf flexibel zu sein. Es beginnt mit Störungen im Flüssigkeitsaustausch der Bandscheiben, die zur Unterversorgung mit den für die störungsfreie Funktion der Bandscheiben notwendigen Nährstoffen führen. Nach dreißig Lebensjahren braucht auch die gesunde Wirbelsäule die Extension und das Training der Muskeln, der Gelenke und der sie umgebenden Stoffe. Beim untrainierten Menschen enthalten die Bandscheiben nach etwa fünfzig Lebensjahren nur noch etwa 60 bis 70 Prozent von der notwendigen Flüssigkeit für die störungsfreie Funktion. Sie kann damit nicht mehr als ein fester und sicherer Dämpfer dienen.
Obwohl diese Erkrankung bereits im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren ihren Anfang nimmt, entwickelt sie sich doch hauptsächlich erst nach dem vierzigsten Lebensjahr.