Sühnekreuze bei Tonndorf im Landkreis Weimar

Sühnekreuze, Tonndorf, Landkreis Weimar
Sühnekreuze

stammen aus dem Mittelalter und sind Denkmale mittelalterlichen Rechts. Sie waren ein Bestandteil von Sühneverträgen, als ein Erfüllungsteil in Verträgen zwischen zwei verfeindeten Parteien und sind überwiegend in Kreuzform gestaltet. Oft ist auch die Mordwaffe oder ein berufstypisches Gerät des Entleibten in den Stein gehauen. Mit der Einführung der Halsgerichtsordnung durch Kaiser Karl V. im Jahre 1533, wurde die bis dahin übliche Praxis der privaten Beilegung von Fehden mittels Sühneverträgen zwischen verfeindeten Partien nicht mehr geduldet. An ihre Stelle trat das ordentliche Gericht, welches den Täter nach dem neuen Recht verurteilte. In späteren Jahrhunderten war es verbreitete Praxis, das Sühnekreuze als Grenzsteine verwendet wurden, so dass der der ursprüngliche Aufstellungsort mit dem heutigen Standort nicht mehr identisch sein muss.
Parallel zu den Sühnekreuzen gab es im Mittelalter Steinkreuze, deren Ursprung nicht in den mittelalterlichen Sühnevergleichen zu suchen ist. Diese, ebenfalls in Kreuzform gehauenen Steine, entstanden nach bzw. im 16. Jahrhundert und wurden als Wetter-, Pest- oder Sationskreuze von Pilgern und Prozessionen oder auch als Grenzmarkierungen von Kirchenparochien gesetzt.
Eine Unterscheidung und Zuordnung der Steine, ob Sühnekreuze oder Steinkreuze, ist im Einzelfall nur durch eine gründliche heimatkundliche Forschung möglich.
Die abgebildeten Tonndorfer Sühnekreuze stammen aus dem 14. Jahrhundert und zeigen eingearbeitete Kreuz- und Lanzendarstellungen. Ursprünglich waren es drei Kreuze, die etwa 100 m weiter östlich an der früheren Böhmischen Straße, einer im Mittelalter wichtigen Handelsverbindung, auf einem Erdhügel standen. Ende des 19. Jahrhunderts zerbrach beim Umsetzen der Steine ein Sühnekreuz und man verwendete es zum Bau des danebenliegenden Kanals. Nach einer Sage wurde ein aus Richtung Berka kommender, abgesprengter und plündernder Trupp von Soldaten, hier erschlagen und in dem ehemaligen Hügel verscharrt.

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Sühnekreuze

stammen aus dem Mittelalter und sind Denkmale mittelalterlichen Rechts. Sie waren ein Bestandteil von Sühneverträgen, als ein Erfüllungsteil in Verträgen zwischen zwei verfeindeten Parteien und sind überwiegend in Kreuzform gestaltet. Oft ist auch die Mordwaffe oder ein berufstypisches Gerät des Entleibten in den Stein gehauen. Mit der Einführung der Halsgerichtsordnung durch Kaiser Karl V. im Jahre 1533, wurde die bis dahin übliche Praxis der privaten Beilegung von Fehden mittels Sühneverträgen zwischen verfeindeten Partien nicht mehr geduldet. An ihre Stelle trat das ordentliche Gericht, welches den Täter nach dem neuen Recht verurteilte. In späteren Jahrhunderten war es verbreitete Praxis, das Sühnekreuze als Grenzsteine verwendet wurden, so dass der der ursprüngliche Aufstellungsort mit dem heutigen Standort nicht mehr identisch sein muss.
Parallel zu den Sühnekreuzen gab es im Mittelalter Steinkreuze, deren Ursprung nicht in den mittelalterlichen Sühnevergleichen zu suchen ist. Diese, ebenfalls in Kreuzform gehauenen Steine, entstanden nach bzw. im 16. Jahrhundert und wurden als Wetter-, Pest- oder Sationskreuze von Pilgern und Prozessionen oder auch als Grenzmarkierungen von Kirchenparochien gesetzt.
Eine Unterscheidung und Zuordnung der Steine, ob Sühnekreuze oder Steinkreuze, ist im Einzelfall nur durch eine gründliche heimatkundliche Forschung möglich.
Die abgebildeten Tonndorfer Sühnekreuze stammen aus dem 14. Jahrhundert und zeigen eingearbeitete Kreuz- und Lanzendarstellungen. Ursprünglich waren es drei Kreuze, die etwa 100 m weiter östlich an der früheren Böhmischen Straße, einer im Mittelalter wichtigen Handelsverbindung, auf einem Erdhügel standen. Ende des 19. Jahrhunderts zerbrach beim Umsetzen der Steine ein Sühnekreuz und man verwendete es zum Bau des danebenliegenden Kanals. Nach einer Sage wurde ein aus Richtung Berka kommender, abgesprengter und plündernder Trupp von Soldaten, hier erschlagen und in dem ehemaligen Hügel verscharrt.

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