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Das Gulasch – der Dauerbrenner aus Ungarn

Gulasch

Das Gulasch ist eigentlich ein Ragout, dessen Ursprung in Ungarn beheimatet ist. Zur Herstellung von Gulasch werden Rind- oder Kalb-, Pferde-, Schweine-, Lamm- oder Hammelfleisch verwendet. Das Fleisch kann auch kombiniert werden. In der ungarischen Sprache wird das Gulasch als Pörkelt bezeichnet, der Ungar ißt daher Pörkelt.

Bei allen Rezepten spielen Paprika und Zwiebeln, meistens auch Kümmel und Knoblauch, eine wesentliche Rolle. Gemeinsam ist den unterschiedlichsten Gulaschrezepten auch, dass die Sauce durch längeres Schmoren sämig wird. Am besten wird das Gulasch in größeren Mengen langsam gegart. Das Fleisch junger Tiere sollte für ein Gulasch nicht verwendet werden.

Durch seine relativ einfache Zubereitungsform, die wenig Aufmerksamkeit verlangte und der Tatsache, dass Gulasch aus zäherem Fleisch zubereitet werden kann, wurde das Gulasch auch zu einem Standardgericht des Militärs.  Daran erinnert heute noch der umgangssprachliche Begriff „Gulaschkanone“ für die transportable Feldküche.

Gulasch gehört heute auch in der deutschen Küche zu den Standardgerichten, die in fast jedem Haushalt gekocht werden und auf den Tisch gelangen.

Rezepte

Einige Rezepte der verschiedensten Art für ein Gulasch möchte ich vorstellen:

Gulasch

500 g Fleisch, 50 g Fett, 3 EL Mehl, 2 bis 3 Zwiebeln, Salz, Kümmel, 1/2 l Wasser, 200 g Tomaten, Paprika

Das in Würfel geschnittene Fleisch in dem heißen Fett anbraten, Mehl, Zwiebelwürfel, je 1 TL Salz und Kümmel zufügen. Ist das Mehl hellbraun, 1/8 l heißes Wasser auffüllen. Sobald es eingeschmort ist, immer wieder etwas Flüssigkeit nachfüllen. Die abgezogenen, geviertelten Tomaten, nach Belieben auch zwei ausgekernte, in Streifen geschnittene Paprikafrüchte zugeben. Alles gar schmoren. Die Soße mit Salz und Paprika abschmecken.

Schweinegulasch

1000 g Schweineschulter, 100 g Fett, 200 g Zwiebeln, Salz, Paprika, 30 g Tomatenmark, 120 g Letscho, etwas Kümmel, 1 Zehe Knoblauch

Die Schweineschulter in Stücke von je 40 g schneiden und gut waschen. Die feingeschnittenen Zwiebeln in Fett goldgelb rösten, Paprika, die kleingeschnittene Knoblauchzehe und Tomatenmark zufügen, alles gut verrühren und einige Minuten kochen.
Dann das Fleisch hinzugeben, salzen, mit dem feingestoßenen Kümmel bestreuen, zudecken und dünsten.
Von Zeit zu Zeit rühren und wenn das Fleisch gar ist, Letscho oder 2 aufgeschnittene grüne Paprikaschoten und 2 Tomaten zufügen und alles fertig dünsten. Der Saft darf nur eben das Fleisch bedecken.

Gulasch mit sauren Gurken

300 g Rinderschmorfleisch, 300 g Schweineschnitzelfleisch, 300 g Kaßlerkamm, 100 g durchwachsener Speck, 4 große Zwiebeln, 4 große saure Gurken, Salz, Pfeffer

Den Speck in kleine Würfel schneiden und vorsichtig auslassen. Das Fleisch in grobe Würfel schneiden und im Speckfett von allen Seiten anbräunen lassen, die gewürfelten Zwiebeln hinzugeben und alles nochmals gut durchrösten lassen, bis die Zwiebeln Farbe genommen haben. Dann wenig Wasser aufgießen und auf kleiner Hitze schmoren lassen. Öfters etwas Wasser nachgießen.
Wenn das Fleisch gar ist, die geschälten, entkernten, in Würfel geschnittenen sauren Gurken hinzufügen, kurz durchkochen lassen und mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken.

Als Beilage eignen sich Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree.

Rindergulasch

800 g Rindfleisch, 100 g Fett, 200 g Zwiebeln, Paprika, Kümmel, Majoran, ein wenig Knoblauch, Salz, 150 g grüne Paprikaschoten, 2 Tomaten

Das zum Gulasch geeignete Beinfleisch oder etwas fettere Fleischstücke in Würfel von etwa 30 g schneiden und gut waschen. Die feingehackten Zwiebeln in Fett glasig werden lassen, gehackten Knoblauch, Paprika, Kümmel und Majoran zufügen, verrühren und wenig Wasser zugießen.
Einige Minuten kochen lassen, dann das Fleisch dazulegen, salzen und im zugedeckten Brattopf dämpfen. Ab und zu umrühren, Wasser nur zugießen, wenn das Fett zu brotzeln beginnt.
Ist das Fleisch halb gar, die in Längsscheiben zerlegten Paprikaschoten sowie Tomaten zufügen und fertig dünsten.
Darauf achten, dass die Soße dick und sämig bleibt.
Frische grüne Paprikaschoten und Tomaten verwenden, falls keine vorhanden sind, 50 g Tomatenmark nehmen.

Als Beilage eignen sich Eiergraupen, Nocken, Spätzle oder Salzkartoffeln.

Kalbsgulasch

1000 g Kalbsschulter oder Kalbshaxe, 200 g Zwiebeln, 100 g Fett, 1 Zehe Knoblauch, 20 g Tomatenmark, 2 grüne Paprikaschoten, 1 Tomate, Salz, Paprika

Die feingehackten Zwiebeln in Fett anbraten, Paprika, feingehackten Knoblauch und Tomatenmark zufügen, wenig Wasser zugießen und einige Minuten kochen lassen. Das Fleisch in größere Würfel schneiden, gut waschen, dazugeben, salzen und zugedeckt dünsten. Wiederholt umrühren und nötigenfalls wenig Wasser nachgießen. Wenn das Fleisch fast gar ist, die in langen Streifen zerlegten Paprikaschoten und die zerkleinerte Tomate (oder statt dessen etwas Tomatenmark) dazugeben und das Ganze weich dämpfen.

Als Beilage eignen sich Nocken (Spätzle) oder Frühkartoffeln.

Allgemein gilt, bei magerem Gulasch können Sie zum Angießen 1/4 l saure Sahne zum ersten Aufgießen verwenden.

Wildschweinragout auf Jägerart

1,5 Kg Wildschweinfleisch (Schulter, Nackenstück, Rippenstück oder Keulenfleisch), 6 Zwiebeln, 350 g Suppengrün, 1 Stange Meerrettich oder 6 EL geriebener Meerrettich, 3 Knoblauchzehen, Salz, 3 Lorbeerblätter, Thymian, Koriander, 1 TL Pfefferkörner, 1/2 TL Kümmel, 10 Wacholderbeeren, 1 Bund Petersilie

Das Wildschweinfleisch auslösen, fette Teile, Sehnen und Haut entfernen, gut waschen, in grobe Würfel schneiden und in einem entsprechend großen Topf mit soviel heißem Wasser übergießen, dass die Fleischwürfel gerade bedeckt sind. Aufkochen lassen, abschäumen, das in grobe Stücke geschnittene Suppengrün, drei halbierte Zwiebeln und die in Scheibchen geschnittenen Knoblauchzehen dazugeben, mit Salz, Lorbeerblätter, je einer Messerspitze Majoran, Thymian und gestoßenem Koriander, den grob zerdrückten Pfefferkörnern, dem gehackten Kümmel und den zerdrückten Wacholderbeeren würzen und unter kleiner Hitze langsam kochen lassen (nach 2 1/2 bis 3 Stunden sollte der Würzsud fast eingekocht und die Fleischwürfel sollten gar, aber nicht zu weich sein).
Das Fleisch mit einem Schaumlöffel herausnehmen, in eine entsprechend große und möglichst vorgewärmte Schüssel geben. Die restlichen drei in feine Scheiben geschnittenen Zwiebeln, die gehackte Petersilie und den frisch geschabten oder geriebenen Meerrettich darüberstreuen und alles mit der restlichen durchgeseihten Würzbrühe übergießen.

Als Beilage eignen sich Petersilienkartoffeln, das mitgekochte Suppengrün und Stücke von Senf- oder Salzgurken.

Es klingt etwas ungewöhnlich, aber ein dem originalen Gulasch ähnliches Gericht, kann man auch aus Wurst bereiten. Gewöhnlich werden dafür Bockwürste, Wiener Würstchen oder auch Fleischwurst verwendet. Entscheidend zum Gelingen dieses Gulasch ist die Art und Weise der Zubereitung und die Würzung. Als Beilagen eignen sich auch hier Salzkartoffeln, Teigwaren oder Reis. Ein guter Wurstgulasch ist auch ein sehr schmackhaftes Essen. Hier ein Rezept:

Wurstgulasch

3 Bockwürste, 2 Möhren, 1 Tomate, 1 kleine Zwiebel, 2 EL Margarine, 1/4 l Brühe, Salz, Mehl, 1 kleine Gewürzgurke, Paprika, Zucker

Die Bockwürste häuten und in Scheiben schneiden. Möhren, Tomate und Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in die Hälfte der erhitzten Margarine geben. Nach einigen Minuten die Brühe und etwas Salz zufügen. Die Wurstscheiben in Mehl wenden, in der restlichen Margarine anbraten und ebenso wie die Gurkenwürfelchen zu den garen Möhren geben.
Den Wurstgulasch mit Salz, Paprika und 1 Prise Zucker abschmecken.
Nach Belieben mit 1 TL kalt angerührtem Mehl binden. Die Wurstscheiben können auch ungebraten zugefügt werden.

Zum Abschluss noch das Rezept für eine „Ungarische Gulaschsuppe“:

Ungarische Gulaschsuppe

250 g Rindfleisch, 100 g Zwiebeln, Salz, 1 Zehe Knoblauch, 1 g Kümmel, 1000 g Kartoffeln, 100 g Letscho, Paprika, 40 g Fett

Gehackte Zwiebeln in Schweinefett rösten, mit Paprika, würflig geschnittenem Fleisch, wenig feingehacktem Knoblauch, Kümmel und Letscho vermengen, salzen, mit Wasser aufgießen und halbgar dünsten. Die würflig geschnittenen Kartoffeln hinzufügen, Wasser zugießen, bis alles gut bedeckt ist, und gar kochen.

Hinweis: Letscho gibt es fertig im Glas zu kaufen oder Sie können es auch selbst bereiten. Hier finden Sie das Rezept für ein Letscho.

Guten Appetit!

Eier sind ein hochwertiges Nahrungsmittel

Eier – ein hochwertiges Nahrungsmittel

Eier sind ein hochwertiges Nahrungsmittel. Neben biologisch wertvollem Eiweiß, enthalten sie die Mineralstoffe Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Sie besitzen die höchste biologische Wertigkeit aller Lebensmittel. Der menschliche Körper kann aus 100 Gramm Hühnereiprotein 94 Gramm eigenes Eiweiß aufbauen. Demgegenüber, von 100 Gramm Einweiß aus Weizen kann der Mensch nur 65 Gramm verwerten. Ein Ei deckt den täglichen Eiweißbedarf eines Erwachsenen zu etwa 16 Prozent. Eier liefern auch Fett. Das meiste davon befindet sich im Eidotter, darunter 65 Prozent ungesättigte Fettsäuren, die positiv auf die Blutfettwerte wirken können.
Ihr Vitamingehalt ist dann besonders hoch, wenn die Hühner frisches Grünfutter bekommen haben. Neben Fett und Eiweiß enthalten Eier Vitamin A – es spielt eine wichtige eine Rolle beim Wachstum, im Immunsystem und bei der Entwicklung von Körperzellen. Außerdem braucht der Mensch Vitamin A zum Sehen. Vitamin K beeinflusst die Blutgerinnung, Vitamin B2 den Stoffwechsel. Der Körper braucht es auch beim Aufbau von roten Blutkörperchen. Darüber hinaus liefern Eier Folsäure.
Das Eigelb enthält außerdem wertvolle Fette und fettähnliche Stoffe.
Jedoch ist auch das Cholesterin enthalten, das die Blutfette ungünstig beeinflusst, Arterien verkalken lässt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden oder Schlaganfall erhöht. Aber nicht nur Eier enthalten das Cholesterin, auch in anderen Lebensmitteln – wie Butter oder Fleisch – ist es zu finden.
Ernährungswissenschaftler geben unterschiedliche Empfehlungen für den Verzehr von Eiern. So schwanken die Empfehlungen von täglich höchstens 300 Milligramm Cholesterin – so viel, wie in einem einzigen Ei enthalten ist – zu essen bis zu nicht mehr als drei Eier pro Woche zu essen – inklusive „versteckter“ Eier in Nudeln, Kuchen und Desserts.
Die Ernährungswissenschaft ist sich allerdings international nicht einig hinsichtlich der Verzehrempfehlungen. Der Mensch benötigt auch das Cholesterin, damit wichtige Funktionen seines Körpers normal funktionieren. Trotzdem sollte man als erwachsener Mensch nicht zu viel von diesem hochwertigen Nahrungsmittel essen.

Hart gekochte Eier sind schwer verdaulich. In weich gekochter Form, wie Rührei, Omelett, sind sie leicht verdaulich. Wenn Eier schaumig geschlagen werden, dann niemals dafür ein Emaillegefäß verwenden. Es besteht darin die Gefahr, dass beim Schlagen kleine Emailleteilchen abspringen, in die Eimasse gelangen und Emaille wollen wir schließlich nicht mitessen. Um prüfen zu können, ob das vorgesehene Ei tatsächlich einwandfrei ist, sollte jedes Ei für sich in ein kleines Gefäß geschlagen werden, bevor es weiter verwendet wird.

Rezepte

Was man alles so aus Eiern in der Küche machen kann? Es gibt dafür eine Vielzahl von Rezepten. Davon möchte ich Ihnen eine Auswahl vorstellen:

Rühreier

4 Eier, 2 EL Milch, Salz, Bratfett, Schnittlauch

Die Eier nacheinander einzeln in eine Tasse schlagen, gemeinsam mit Milch und Salz verqirlen, in das heiße Bratfett gießen und bei leichter Hitze stocken lassen. Dabei strichweise mit einem Löffel vom Boden lösen, damit die Masse großflockig wird.
Beim Servieren mit gehacktem Schnittlauch bestreuen.

Die Rühreimasse kann auch mit feingeschnittenem Schinken, Wurst- oder Tomatenwürfelchen, gedünsteten, zerkleinerten Pilzen, zerpflücktem Räucher- oder garem Fisch vermischt werden.

Spiegeleier

In der Pfanne etwas Margarine erhitzen und die einzeln aufgeschlagenen Eier vorsichtig hineingleiten lassen.

Das Eiweiß auf kleiner Hitze stocken lassen. Die Dotter sollten unverletzt und weich bleiben, nur das Eiweiß sparsam salzen.

Marinierte Eier

4 bis 6 Eier, 3/8 l Wasser, 3/8 l Essig, 1 TL Salz, 1/2 TL Zucker, 1 kleines Lorberblatt, 3 Wacholderbeeren, 3 Gewürzkörner, 1 kleine Zwiebel, 1 bis 2 Paprikafrüchte

Die Eier hart kochen. Alle übrigen Zutaten zu einer recht kräftig schmeckenden Marinade verkochen und ausgekühlt über die geschälten Eier gießen. Einige Tage mit einem Tuch bedeckt durchziehen lassen.

Soleier

1 l Wasser, 80 g Salz, 4 bis 6 Eier

Wasser und Salz aufkochen, die Eier vorsichtig hineingeben und etwa 8 Minuten kochen lassen.
Herausnehmen, abschrecken, die Schalen leicht einknicken und die Eier in ein Glas oder Tontöpfchen legen.
Das Salzwasser darüberfüllen und kühl gestellt höchstens 2 Wochen aufbewahren.
Soleier sind schwer verdaulich.

Verlorene Eier

1 l Wasser, 2 EL Essig, Salz, 4 Eier, Soße

Das Wasser zusammen mit Essig und Salz aufkochen. Die Eier in einem Schöpflöffel aufschlagen und anschließend vorsichtig in das Wasser gleiten lassen. 4 bis 5 Minuten leise ziehen lassen. Anschließend mit dem Schaumlöffel herausnehmen und, mit Senf-, Tomaten- oder Anschovissoße übergossen, auftragen.

Ausgebackene Eier

4 Eier, Ausbackfett, Salz

Eine Kelle in das Fett tauchen, 1 Ei hineinschlagen und in das siedende Fett gleiten lassen. Wenn das Ei schwimmt und goldbraun ist, herausheben und mit Salz bestreuen.
Als Beilage zu Gemüsegerichten sind ausgebackene Eier ebenso geeignet wie als Einlage in herzhafte Soßen.

Omelett

3 Eier, 1 Prise Salz, Butter oder Margarine

Eier und Salz gut schaumig schlagen. Etwa 1 EL Butter in der Pfanne zergehen lassen und die Eiermasse hineingeben. Goldbraun backen und ohne zu wenden auf eine vorgewärmte Platte gleiten lassen.
Die eine Hälfte des Omeletts mit süßer oder pikanter Fülle belegen und die andere Hälfte darüberklappen.

Für die Füllungen der Omeletts gibt es viele Möglichkeiten und Sie können hier Ihre Kreativität frei entfalten.

Eierbier ist ein Getränk und das bereits seit alten Zeiten bekannt ist. Es wurde besonders gern in der kalten Jahreszeit getrunken, weil es schön durchgewärmt hat. Eierbier gehört zu den Rezepten, das in der jüngeren Generation zu den weitgehenst vergessenen Rezepten gehört. Vielleicht läßt sich diese Erinnerung etwas auffrischen, denn schließlich ist das Eierbier etwas, das durchaus auch in unserer Zeit das Vergessen nicht verdient hat.

Eierbier

3 Flaschen Bier, 200 g Zucker, Salz, 1 Stück Zimtrinde, 4 Eier, 1/4 l Rum

Das Bier mit dem Zucker, 1 Prise Salz und der Zimtrinde erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Die Eier gut schaumig rühren, den Rum zugeben und bei schnellem Weiterschlagen unter das vom Herd genommene Bier rühren.

Natürlich kann man das Eierbier auch noch etwas anders machen, der eigenen Kreativität sind dafür kaum Grenzen gesetzt.

Tomaten und Paprika – einfache Rezepte für die Küche

Tomaten und Paprika

Tomate

Die Tomate (Solanum lycopersicum) gehört zu den weitbekanntesten Küchenpflanzen. Sie hat eine große Bedeutung als Gewürz und einen hohen Nährwert. Sie hat einen hohen Vitamingehalt A, B, C und enthält lebenswichtige Nährstoffe wie Karotin. Auch ist sie reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und Fruchtsäuren.
Roh wie Obst gegessen ist ihr Nährwert am größten. Doch auch als Suppe, Soße, Salat zubereitet, durchpassiert als Getränk gereicht, wird sie gern gegessen. In der Küche wird die Tomate sehr vielfältig verarbeitet und sie gehört zu den am meisten verwendeten Gewürzen. Auch als Tomatenmark sollte sie in der Küche nicht fehlen.

Paprika

Paprika (Capsicum) stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Nach Europa gelangte er erst nach der Entdeckung Amerikas. In Europa wurde er zuerst durch die Spanier kultiviert und man kannte ihn als Hausmittel gegen Hautkrankheiten.
Paprika ist eine Frucht, deren scharfschmeckender Wirkstoff das Capsaicin ist, außerdem enthält sie Vitamin C, ätherisches Öl, Fett, Zucker, Pektin und Mineralsalze sowie Farbstoffe – Karotinoide – und wichtige Nährstoffe. Der Vitamin-C-Gehalt ist während des Mahlens noch ziemlich hoch, nimmt aber während des Lagerns allmählich ab.
Das Gewürz wird nach dem Trocknen und Mahlen der reifen Frucht gewonnen. Die scharfen Sorten enthalten mehr Farbstoff, in den nicht scharfen Sorten fehlt das Capsaicin.
Gewürzpaprika ist ein unerläßliches Gewürz für das Würzen und Färben von Suppen wie Gulasch- und Fischsuppe, Fleisch- und Fischgerichten, Speck, Gemüse, Soßen, Salaten und Käsespeisen. Die Wurst- und Backwarenindustrie verwendet Paprika gleichfalls in großen Mengen. Gewürzpaprika ist auch ein wichtiger Bestandteil von Gewürzmischungen.
Den Gewürzpaprika in heißem Fett nicht lange rösten, denn infolge der Karamelisierung verliert er seine rote Farbe, wird braun und schmeckt bitter. Die Kunst besteht darin, während des Röstens die rote Farbe und den typischen Geschmack zu erhalten. Paprika auch immer erst der gebräunten Mehlschwitze beigeben und diese dann rasch mit Wasser auffüllen. Den Paprika bei den Speisen vorsichtig dosieren.

Rezepte

Eine kleine Auswahl von einfachen Rezepten mit Tomaten:

Tomatensuppe

750 g reife Tomaten, 6 Zwiebeln, 4 EL Öl, 1 EL Zucker, 75 g Margarine, 1/8 l Kaffeesahne, 2 Eier, 2 Knoblauchzehen, 1 TL Thymian, 1/2 l leichtes Essigwasser, 1/4 l Brühe, Salz, Pfeffer, Mehl

Die Tomaten waschen und grob zerschneiden, die Zwiebeln in Scheiben schneiden, die Knoblauchzehen zerdrücken und mit dem Thymian etwa 20 Minuten dünsten. Danach den Ansatz pürieren und mit siedendem Essigwasser und der Brühe auffüllen, anschließend aufkochen lassen.
Aus Margarine und Mehl eine Schwitze bereiten, an die Suppe geben, mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken und nochmals durchkochen lassen.
Vor dem Serrvieren mit der Kaffeesahne verfeinern und gehackte, gekochte Eier darüberstreuen.
Als Beilage eignen sich Weißbrotscheiben.

Tomatensalat

1000 g Tomaten, Salz, Essig, Schnittlauch, Pfeffer, 0,2 l Öl, Zucker

Die Tomaten abbrühen, die Haut abziehen und die Früchte in Scheiben schneiden. Den Essig mit wenig Wasser verdünnen und mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen. Den feingewiegten Schnittlauch auf die Tomaten streuen. Öl und Essigwasser daraufgießen.

Gefüllte Tomaten mit Salat

10 Tomaten, 100 g gekochtes Fleisch, 1 bis 2 gekochte Kartoffeln, 1-2 frische Gurken, 1 hart gekochtes Ei, 2 EL Mayonnaise, 1 TL einer scharfen Soße, Kopfsalatblätter, Salz, gemahlener Pfeffer

Etwa 1/4 vom oberen Teil der Tomaten abschneiden, das Innere aushöhlen und in die Vertiefung etwas Salz und Pfeffer geben. Kartoffeln, Fleisch und Eier zerkleinern, die Gurken in kleine Würfel schneiden, mit Mayonnaise und scharfer Soße vermischen. Hiermit die Tomaten füllen, in einer mit Salatblättern belegten Schüssel servieren.
Als Füllung benutzt man auch Fischsalat, Salat aus gehackten, hart gekochten Eiern mit Hering, Käse- und Heringbutter oder Salat aus kleingeschnittenen eingelegten Pilzen mit Zwiebeln.
Der Salat wird gut gekühlt serviert.

Tomatensaft ist ein aus Tomaten hergestellter Gemüsesaft. In der Regel verarbeitet die Industrie die Tomaten zunächst zu Konzentrat. Damit werden aus verschiedenen Gründen Vorräte geschaffen, die das gesamte Jahr über zur Verfügung stehen. Später wird das Konzentrat rückverdünnt, es wird wieder Wasser zugefügt. Im Handel finden wir zwei Arten an Tomatensäften, die aus Konzentrat hergestellten Säfte und die Direktsäfte. Letztere werden nicht aus Konzentrat erzeugt. Gewöhnlich werden dem Tomatensaft noch Salz, etwas Zitronensaft und Gewürze beigegeben. Bei diesen Zusätzen gibt es individuelle Abweichungen unter den einzelnen Herstellern, die vorwiegend für die Geschmacksnuancen bei den im Handel angebotenen Tomatensäften verantwortlich sind.
Neben seinem Effekt als guter Durstlöscher, werden dem Tomatensaft auch gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Er ist allgemein ein weltweit sehr beliebter Gemüsesaft.

Die Technik der Industrie zur Herstellung des Tomatensaftes aus Konzentrat, kann natürlich auch in der eigenen Küche nachvollzogen werden. Der Vorteil dabei ist, man kann ihn nach dem eigenen Geschmack würzen. Das dafür notwendige Tomatenpüree gibt es überall im Handel.

Selbstgemachter Tomatensaft

Tomatenpüree mit geriebener Zitronenschale (unbehandelt), 1 Prise Pfeffer, Salz, Ketchup und Fleischbrühe würzen, danach mit Sodawasser verdünnen.

Wer es ohne Sodawasser mag, kann auch stilles Wasser oder Leitungswasser verwenden. Dieser Tomatensaft sollte gut gekühlt serviert werden.

Rezepte

Eine kleine Auswahl von Rezepten mit frischem Paprika:

Paprikasalat

800 g grüne Paprikaschoten, Essig, Salz, Zucker

Die entkernten Schoten in Ringe schneiden und abbrühen. Den Essig mit ein wenig Wasser vermischen, mit Salz und Zucker abschmecken, über den kalten Paprika schütten und 2 Stunden stehen lassen.
Die Beize kann auch ohne Zucker zubereitet werden.

Letscho

1000 g grüne Paprikaschoten, 750 g Tomaten, 80 g Fett, 150 g Zwiebeln, Salz, Paprika, 40 g geräucherter Speck

Die Tomaten 1 Minute in heißes Wasser legen, die Haut abziehen und vierteilen. Aus den Paprikaschoten den Samenstand entfernen und die Schoten in 5 bis 6 längliche Stücke schneiden. Speck in kleine Würfel schneiden, im eigenen Fett ein wenig bräunen, dann das Fett und die feingeschnittenen Zwiebeln zugeben. Wenn es die richtige Bräune hat, mit Paprika bestreuen, die vorbereiteten Paprikaschoten und Tomaten zufügen, salzen und das Ganze langsam weich dünsten. Falls die Paprikaschoten zu scharf sein sollten, vor der Verwendung abbrühen.

Guten Appetit!

Schnitzel und Koteletts – einfach zubereitet

Schnitzel und Koteletts

Schnitzel sind rohe Fleischscheiben und auch die Speisen daraus. Sie werden vor allem aus der Keule von Schwein und Kalb gewonnen, teilweise aber auch aus dem Rücken.

Koteletts sind Scheiben aus dem Rippenstück mit Knochen und werden im Handel gewöhnlich von Schwein, Kalb oder Lamm angeboten, seltener vom Rind. Das ausgebeinte Kotelett vom Rind kennen wir als „Steak“.

Schnitzel und Koteletts werden mit den verschiedensten Beilagen serviert. Es eignen sich unter anderem Bratkartoffeln, Salzkartoffeln, Pommes Frites. Als Gemüsebeilage werden oft in Butter geschwenkte Erbsen, Möhren oder Bohnen gereicht. Auch Soßen können dazu gereicht werden, wie eine Pilz- oder Zigeunersoße. Dem eigenen Gestaltungswillen bleibt dabei viel Raum.

Rezepte

Einige dieser Rezepte für Schnitzel und Koteletts möchte ich vorstellen:

Panierte Schnitzel oder Koteletts

4 Schnitzel oder Koteletts, Salz, Paprika, Mehl, 1 Ei, Semmelbrösel, Bratfett

Die Schnitzel oder Koteletts klopfen, mit Salz und Paprika einreiben, in Mehl wenden, in geschlagenes Ei tauchen und in Semmelbrösel drücken. Sofort in dem siedenden Fett auf beiden Seiten knusprig braten.

Das in Mehl gewendete Fleisch kann auch durch einen Teig gezogen werden, der aus 1/8 l Wasser oder Milch, 50 g Mehl und 1 Prise Salz bereitet worden ist.

Schnitzel oder Koteletts von Reh, Kalb, magerem Schwein oder Hammel werden unpaniert gebraten.

Beachten sollte man bei der Zubereitung von Schnitzel oder Koteletts, dass das Fett nicht zu kalt ist. Es sollte immer mit hoher Temperatur gearbeitet werden. Dadurch bleibt das Fleisch saftig und die Panade wird knusprig.

Schweinekoteletts in der Bratpfanne

900 g Schweinekoteletts, 100 g Fett, 150 g Zwiebeln, Salz, Paprika, 30 g Tomatenmark, ein wenig Kümmel, 1 Zehe Knoblauch, 150 g grüne Paprikaschoten, 120 g frische Tomaten, 1000 g Kartoffeln, 20 g Mehl

Das Fleisch in 10 gleichförmige Koteletts schneiden, ausklopfen, salzen, leicht in Mehl wälzen, schwach anbraten und in einen entsprechend großen Topf legen.
Im selben Fett die feingeschnittenen Zwiebeln goldgelb rösten, Paprika, die zerstoßene Knoblauchzehe und den fein gestoßenen Kümmel zufügen. Nach gutem Verrühren das Tomatenmark beigeben, dann etwas Wasser nachgießen und 1 bis 2 Minuten kochen.
Diesen Saft auf die Koteletts gießen und diese zugedeckt langsam halbweich dünsten.
Dann die Kartoffelscheiben, die grünen Paprikaschoten und die Tomaten zufügen, so viel Wasser nachgießen, dass das Ganze gerade bedeckt ist, etwas nachsalzen und weich dünsten.

Falls es keine frischen Tomaten und grüne Paprikaschoten gibt, wird 50 g Tomatenmark verwendet.

Für das nachfolgende Rezept können Schweine- oder Lammkoteletts verwendet werden.

Geschmorte Koteletts

4 Koteletts, Salz, 40 g Fett, 2 Zwiebeln, Paprika, Kümmel, 3/4 l Brühe, 1 Kg Kartoffeln, 250 g Tomaten, 250 g Gemüsepaprika

Die Koteletts salzen. In einen Topf, in dem das Gericht aufgetragen werden kann, das Fett erhitzen, die Koteletts darin auf beiden Seiten anbraten und herausnehmen.
Die in Scheiben geschnittenen Zwiebeln in dem Fett glasig werden lassen, dabei etwas Paprika, gewiegten Kümmel oder eine halbe Zehe gehackten Knoblauch zugeben.
Die angebratenen Koteletts darauflegen und 1/8 l heiße Brühe angießen. Sobald sie eingeschmort ist, die geschälten, in Scheiben geschnittenen, mit ein wenig Salz bestreuten Kartoffeln auf das Fleisch legen, obenauf die in Scheiben geschnittenen Tomaten und Streifchen von Paprika geben.
Die übrige Brühe kochend darübergießen und das Gericht zugedeckt garen.

Paprikaschnitzel

800 g Kalbskeule, Salz, 100 g Zwiebeln, Paprika, 100 g Letscho, 0,3 l saure Sahne, 50 g Mehl, 100 g Fett

Das Fleisch in 10 Scheiben schneiden, tüchtig klopfen, die Ränder hier und da einschneiden, salzen, leicht mit Mehl bestreuen. In der Pfanne Fett erhitzen und die Schnitzel darin auf beiden Seiten leicht anbraten, dann in ein anderes Kochgeschirr legen.
In dem Fett die feingehackten Zwiebeln hellgelb rösten, dazu Paprika rühren, 0,2 l bis 0,3 l Wasser zugießen, aufkochen lassen, über die Schnitzel gießen und zugedeckt etwa 20 Minuten dünsten.
Die Sahne mit dem übrigen Mehl glattrühren, darübergießen, das Letscho zufügen und die Schnitzel von Zeit zu Zeit wendend gar dünsten.
Wenn die Soße zu dick ist, mit wenig heißem Wasser verdünnen.

Als Beilage eignen sich beispielsweise Nocken (Nudeln).

Wiener Schnitzel

700 g Kalbskeule, Salz, 40 g Mehl, 2 Eier, 150 g geriebene Semmel, 200 g Fett, 1 Zitrone

Das Fleisch in fünf gleiche Scheiben zerlegen, tüchtig klopfen, Häute an den Rändern entfernen oder die Ränder einschneiden, salzen, dann in Mehl, rohen gequirlten Eiern und geriebener Semmel wälzen.
In heißem Fett schön hell backen.

Variante: Das Fleisch kann auch in kleine Streifen geschnitten werden.
Als Beilage eignen sich beispielsweise Bratkartoffeln und Zitronenscheiben.

Guten Appetit!

Basilikum – eine Gewürzpflanze in der Küche

Basilikum

Basilikum, auch Basilienkraut genannt, stammt ursprünglich aus Südasien, Afrika und dem Iran. In Europa ist es als Garten-, Topf- und Gewürzpflanze eingebürgert. Das Basilienkraut hat kleine grüne Blätter und weiße Blüten. Es ist ein angenehm herb riechendes Gewürz, das an Gewürznelke erinnert und einen pikanten Geschmack hat. Zu den Inhaltsstoffen zählen ätherisches Öl, Gerbstoff, Saponin und Bitterstoffe. Schon seit Jahrtausenden wird Basilikum als Heilmittel eingesetzt, seine gesundheitsfördernde Wirkung ist heute medizinisch anerkannt. Tee aus Basilikum gilt als magenstärkend, appetitfördernd, windtreibend und hustenlindernd. Ebenfalls soll es bei Mageninfektionen und Nierenentzündungenlindernd wirken. Weiterhin wird ihm eine nervenberuhigende Wirkung nachgesagt. Verwendet wird es auch zum Gurgeln und zu Umschlägen bei Geschwüren. Für potenzsteigernde Effekte gibt es allerdings keinen Beweis. Statt dessen wird es benutzt, um die Produktion von Magensaft und die Verdauung anzuregen. Desweiteren gibt es einen relativ neuen wissenschaftlichen Beweis, dass Basilikum bei Müttern die Milchproduktion steigern kann. Zum Einsatz kommen zur Behandlung von Magen- und Verdauungsproblemen die Blätter der Pflanze. Sie enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe und die Vitamin A, C, D und E sowie sämtliche B-Vitamine.

Ein Aufguss aus Basilikum kann bei Völlegefühl und Blähungen helfen

Dazu übergießen Sie 1 TL getrocknetes Basilikum mit einer Tasse heißem Wasser und lassen den Aufguss 7 Minuten ziehen. Trinken Sie 2 bis 3-mal täglich eine Tasse vor den Mahlzeiten.

Auch wird Basilikum in der Küche als ein wohlschmeckendes Gewürz verwendet

so in Suppen, Gemüse, Salaten, Soßen, Beizen, Braten, Tunken, Hackfleisch, Fischgerichten, Wurstwaren und in Pflanzenessig. Essig- und Salzgurken verleiht Basilikum ein vorzügliches Aroma.

Rezept

Auch zu einem Hähnchen paßt Basilikum als Gewürz hervorragend, beispielsweise:

Hähnchen mit Schinken

1 Hähnchen, 200 g Schinken, 1 EL Tomatenmark, 1 geriebene große Zwiebel, 1 TL Basilikum, 0,2 saure Sahne, 50 g geriebener Käse, etwas Mehl, etwas Butter oder Öl, Salz

Das Hähnchen zerlegen, salzen, in Mehl schwenken und in heißer Butter oder in heißem Öl schnell überbraten. Das Fleisch in ein tiefes feuerfestes Gefäß geben. Im Fett den in Streifen geschnittenen Schinken braten und auf das Hähnchen geben. Im verbliebenen Fett die geriebene Zwiebel rösten, das Tomatenmark und das Basilikum hinzugeben, mit etwas Wasser auffüllen, das Hähnchen mit der Mischung begießen und zugedeckt weich dünsten. Ist das Fleisch gar, in der sauren Sahne den geriebenen Käse verrühren, der Fleischsoße beigeben und nocnmals aufkochen lassen. Mit Reis und Salat reichen.

Guten Appetit!

Hausgemachter Wein und Likör – Rezepte

Hausgemachter Wein und Likör

Hausgemachter Wein und Likör, in früheren Zeiten hatte gewöhnlich fast jeder „sein“ Rezept zur Herstellung von hausgemachtem Wein oder Likör. Je nach dem Anteil verwendeter Gewürzpflanzen oder Beeren entstanden dabei individuelle „Hausmarken“, die auch den Gästen angeboten und über deren Qualität und Geschmack oftmals noch lange gesprochen wurde.
Sehr gern wurden Hagebutten zu Wein verarbeitet. Im Herbst gab es daran keinen Mangel, sie mussten nur gesammelt werden. Aber auch andere Weine oder Liköre wurden im Haus hergestellt und es gibt darüber überlieferte Rezepte.
Die hergestellten Getränke sollte man nie ganz frisch genießen, da sie ihr Bouquet und Aroma erst nach gewisser Zeit entwickeln – sie reifen. Aufbewahren in verschlossenen Flaschen, bei Zimmertemperatur und vor Sonnenlicht geschützt, und immer gut gekühlt servieren.

Rezepte

Rezepte für Wein
Hagebuttenwein

250 g Hagebuttenfleisch oder 500 g zerstoßene Hagebutten, 5 l Wasser, 500 bis 1000 g Zucker, 5 g Zitronen- oder Weinsteinsäure, 10 g Weinhefe

Die Hagebutten mit dem kochenden Wasser übergießen und unter öfteren Umrühren 24 Stunden stehen lassen. Danach durch ein Leinentuch oder ein Sieb in eine 8 l-Flasche seihen, mit einer Kartoffelpresse auch den in der Masse verbliebenen Saft ausdrücken. Zu dem Filtrat den Zucker, die Zitronen- oder Weinsteinsäure und die Weinhefe hinzufügen.
Die Flasche mit einem Vergärungsröhrchen fest verschließen und bei Zimmertemperatur gären lassen.
Nach 15 bis 20 Tagen ist der Wein abgegoren (es entweichen keine Gasblasen mehr aus dem Röhrchen), er beginnt sich zu klären. Vorsichtig in kleinere Flaschen abfüllen und gut verschließen. Nach einigen Wochen ist dieser ausgezeichnete Wein tafelfertig.

Hagebuttendessertwein

3,5 Kg frostweiche Hagebutten, 1,6 Kg Zucker, Weinhefe

Die Hagebutten mit einem Nudelholz oder Stampfer zerdrücken, 2 Liter kochendes Wasser aufgießen und nach dem Abkühlen auf 25 °C die Weinhefe zusetzen. Die Maische etwa 2 Tage gären lassen, dann den Saft abziehen und den Bodensatz abpressen.
Den Saft (2 Liter) in einen 10-l-Ballon füllen, 600 g Zucker in etwas Wasser auflösen und ebenfalls in den Gärballon geben. Mit Wasser auffüllen, einem Gärröhrchen verschließen und in einem nicht zu warmen Raum gären lassen.
Beim Nachlassen der Gärung 500 g Zucker in 1/4 Liter Wasser lösen, hinzufügen und dasselbe noch einmal wiederholen.
Nach beendeter Gärung den Wein umstechen, nachsüßen, auf Flaschen füllen, pasteurisieren (etwa auf 85 Grad erhitzen) und auf dem Lager gut ausreifen lassen.

Heidelbeerwein oder Blaubeerwein

1 Kg Heidelbeeren (Blaubeeren), 1 Kg Zucker, 2 l Wasser

Die Blaubeeren zerdrücken und mit dem Zucker und dem Wasser in ein Weithalsglas oder einen Weinballon geben. Mit einem Vergärungsröhrchen dicht verschließen und 15 Tage stehenlassen.
Wenn die Flüssigkeit ganz klar geworden ist, in kleinere Flaschen füllen und bis zum Verbrauch gut verschließen.

Aber auch Liköre und Schnäpse wurden hergestellt. Oftmals wurde dafür hochprozentiger Alkohol benötigt, aber es ging auch teilweise mit geringeren Werten.

Rezepte für Liköre und Schnäpse
Kakaolikör

200 g Kakaopulver, 20 g Zimt, 1 Prise Muskatblüte, 0,5 g Vanille, 0,6 l 40%-iger Alkohol

Die Mischung 8 Tage ziehen lassen. Danach das Filtrat mit Zuckersirup auf 1 l Flüssigkeit ergänzen.

Pfefferminzlikör

6 g Pfefferminzblätter, 1 g Krauseminze, 1 g Orangenschale (unbehandelt)

Die Mischung mit 0,4 l Alkohol und 0,2 l Wasser übergießen. Zwei Tage ziehen lassen, danach abseihen und aus 1 Kg Zucker bereiteten Sirup hinzumischen. Anschließend grün färben oder auch weiß lassen.

Ein sehr bekannter Likör ist der „Schwarze Johannisbeerlikör“, auch bekannt als „Schwarze Johanna“.

Schwarzer Johannisbeerlikör

1 Kg schwarze Johannisbeeren, 2 bis 4 Gewürznelken, 1 l Kornbrand, 375 g Kandis- oder klarer Zucker

Die Johannisbeeren waschen, säubern und trocknen. Danach in einem Gefäß zerdrücken, die Nelken und den Korn zugeben. Etwa 6 Wochen an einen sonnigen Platz stellen, anschließend abseihen. Den Rückstand auspressen und die Flüssigkeit mit dem Zucker vermischen. In Flaschen füllen und von Zeit zu Zeit einmal schütteln. Sobald sich der Zucker aufgelöst hat, kann der Likör getrunken werden. Er gewinnt aber sehr an Geschmack, wenn er längere Zeit steht.
Der Alkoholgehalt des Likörs kann durch die Zugabe von hochprozentigem Alkohol nach Belieben verstärkt werden.

Gewürzlikör mit Cascarilla

10 g Cascarilla-Rinde, 10 g Gewürznelken, 10 g Bitterorange, 10 g Enzianrinde, 10 g Zimt, 1 l 60%iger Alkohol, 1 l Zuckersirup

Die Gewürze mit dem Alkohl vermischen, weichen lassen und nach 4 bis 5 Tagen abseihen. Den Zuckersirup dazugeben, einige Tage stehen lassen und danach ist der Likör genußfertig.

Dieser Likör leistet gute Dienste bei Magenverstimmung. Cascarilla ist allgemein ein Gewürz, das auf Grund seines hohen Bitterstoffgehaltes die Verdauung fördert.

Der Wacholderschnaps ist eine mit Wacholder aromatisierte Spirituose. Auch der Steinhäger, Gin und Genever sind im weitesten Sinne Wacholderschnäpse. In der Heilkunde ist Wacholder u. a. als harntreibendes, appetitanregendes, Nieren- und Gallensteine lösendes Mittel bekannt.

Wacholderschnaps

60 g Wacholderbeeren, 5 g Koriander, 0,7 l 96%iger Alkohol, 0,9 l Wasser, 20 g Zucker

Zerdrückte Wacholderbeeren und Koriander mit kochendem Sirup aus dem Zucker und Wasser übergießen, vermischen und auf kleiner Hitze im geschlossenen Topf wieder ankochen. Danach den Topf dicht schließen und die Mischung 2 bis 3 Tage stehen lassen. Anschließend filtrieren und das Filtrat mit dem Alkohol vermischen. In Flaschen füllen, die Flaschen fest verschließen und 3 bis 4 Monate in der Flasche an einem kühlen Ort reifen lassen.
Danach ist dieser Schnaps genussfertig und sollte bei einer Temperatur von 4 bis 6 °C getrunken werden.

Noch ein Rezept für den Hobby-Bierbrauer
Hopfenbier

200 g Malzkaffee, 250 g Zucker, 20 g Hopfen, 20 g Hefe, 6 l Wasser

Die Mischung (ohne die Hefe) so lange kochen, bis die Menge auf 5 l eingekocht ist. Danach vom Herd nehmen und auskühlen lassen. 1 Tasse voll herausnehmen und darin die Hefe zerdrücken. Anschließend zur anderen Masse zurückgeben. 6 bis 8 Stunden stehen lassen, abseihen und in Flaschen abfüllen. Darauf achten, dass in den Flaschen wenigstens 10% freier Raum bleibt. Nach 4 bis 5 Tagen eisgekühlt genußfertig.

So ein hausgemachtes Hopfenbier schmeckt garantiert auch auf jeder Grillparty.

Rezepte gibt es genügend und man kann auch seine individuelle Hausrezeptur entwickeln.

Gutes Gelingen und guten Appetit!

Majoran – eines der ältesten Gewürze in der Küche

Majoran

Majoran ist eines der ältesten und beliebtesten Gewürze Mitteleuropas. Wegen des ausgezeichneten Aromas fand er weltweit Verbreitung. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, wird heute aber in vielen Ländern Europas auf Großflächen und in Gärten kultiviert. Die getrockneten zerkleinerten Blätter und Blüten (Majoranae herba) stellen das Gewürz dar. Es hat einen angenehmen Duft und einen etwas kühlenden, bitterlichen Geschmack. Majoran enthält ätherisches Öl, Bitterstoff und Gerbsäure.
Der Gebrauch von Majoran ist sehr zu empfehlen. Er verleiht den Speisen einen besonderen Wohlgeschmack. Verwendet wird er zum Würzen von Suppen – wie aus Kartoffeln und Pilzen, Gemüsen – wie Kartoffeln und Bohnen, Soßen, verschiedenen Fleischgerichten – wie Schmorfleisch, gespicktem Fasan, Rebhuhn und gebeizter Hammelkeule, Leberklößchen, Leberwurst, Pasteten und Hackfleisch. Es ist ein harmonisches Gewürz für die Zubereitung von gegrillten Hähnchen und in Alufolie gebratenem Fleisch. Bei der Zubereitung von Lamm, Schaf und Hammel ist er besonders zu empfehlen, da er den unangenehmen Nebengeschmack dieser Fleischsorten unterdrückt. Vor ihrer Zubereitung sollten man den Talg sorgfältig entfernen, denn seinen Geschmack kann auch Majoran nicht beseitigen.
Majoran kann mit den Blättern des wilden Majoran (Oregano) verwechselt werden. Deshalb sollten man beim Kauf darauf achten.

Wofür kann Majoran in der Küche verwendet werden?

Er eignet sich als Würze für Suppen mit oder aus Gekröse, Gemüse, Gulasch, Hirn, Kalbskopf und Lammkopf, Kartoffeln, Wirsingkohl und Leberknödel.

Rezepte

Aber, es müssen nicht nur Suppen sein, wie bereits oben erwähnt. Beispielsweise:

Geröstete Kalbsleber

800 g Kalbsleber, 120 g Fett, Salz, 200 g Zwiebeln, gemahlener Pfeffer, Majoran, Paprika

Die Haut von der Kalbsleber entfernen und die Leber in kleine, dünne Streifen zerlegen. Die in runde Scheiben geschnittenen Zwiebeln in Fett hellgelb braten, mit Pfeffer und Majoran würzen.
Unter ständigem Rühren die Leber rasch braten, dann den Paprika zufügen.
Beim Anrichten – nicht früher – salzen.

Geeignete Beilage: Kartoffelpüree mit in Fett gerösteten Zwiebeln.

Majorankartoffeln

1500 g Kartoffeln, 50 g Fett, 60 g Mehl, 1 g Majoran, 30 g Zwiebeln, 0,2 l saure Sahne, Salz

Die geschälten Kartoffeln in Scheiben schneiden, salzen und mit Wasser bedeckt zum Kochen aufsetzen.
Aus Fett und der feingeschnittenen Zwiebel eine helle Mehlschwitze bereiten, mit kaltem Wasser auflassen und auf die weichgekochten Kartoffeln gießen. Mit Majoran abschmecken, die saure Sahne hinzugeben und das ganze gut aufkochen.

Majoran ist ein vielseitig verwendbares Gewürz, auch in Kombination mit anderen Gewürzen. Auch wird er in der Heilkunde verwendet. Er wirkt appetitanregend, magenstärkend, windtreibend und beruhigend. Deshalb ist er ein Bestandteil von Teemischungen mit Heilwirkung. Menschen mit hohem Blutdruck sollten Majoran nur mit Vorsicht genießen.

Guten Appetit!

Beifuß – bekannt aus Heilkunde und Küche

Beifuß

Beifuß ist eine Pflanze, die so zu sagen überall vorkommt. Sie hat einen bitteren, aber nicht unangenehmen Geschmack. Im Altertum und Mittelalter wurde Beifuß als Arzneipflanze bei Problemen mit der Verdauung eingesetzt und auch bei anderen Erkrankungen. Heute wird Beifuß nur noch in der Phytotherapie eingesetzt. Die Pflanze enthält ätherisches Öl, Bitterstoffe, Harz etc. und ist sehr wirksam zur Neutralisierung und leichteren Verdauung von Fetten. Einige Inhaltsstoffe sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt. Als Kräutertee bereitet, wirkt Beifuß appetitfördernd, krampfstillend, regt die Funktion der Galle an und stärkt die Nerven.
Im Mittelalter galt Beifuß auch als sehr wirksames Mittel gegen und für Hexerei. Er war ein Bestandteil vieler magischer Rezepturen. Angeblich wehrte Beifuß auch Blitze ab und hielt Seuchen fern, wenn er am Dachfirst mit den Spitzen nach unten angeheftet wurde.
Die Blütenrispen des Beifuß werden in der Küche zum Würzen von Braten verwendet. Oft dient er auch als Ersatz für Majoran.
Es ist empfehlenswert, dieses Gewürz bei fettem Geflügel (Ente, Gans) sowie Schweine- und Wildschweinbraten zu probieren, da diese Speisen dadurch bekömmlicher sind. Beifuß ist auch zum Würzen von Kraut- und Pilzgerichten geeignet.
Zusammen mit etwas Pfefferminze gekocht, eignet sich das Kochwasser sehr gut zum Zubereiten von Fleischsalaten.

Mit Beifuß gewürzte Speisen werden für diejenigen, die es erstmals probieren, zu einer angenehmen Überraschung führen. Es ist ein vorzügliches Gewürz.

Rezept

Hier ein Rezept:

Gans- oder Entenbraten mit Beifuß

1 Gans oder 1 Ente, Beifußkraut, Salz

Die ausgenommene Gans oder Ente – auch die Bauchhöhle – gut mit zerkrümelten Beifuß einreiben und in einen Lebensmittel-Plastikbeutel für wenigstens 1 Nacht in den Kühlschrank legen. Kurz vor dem Braten salzen, in Alufolie wickeln und bei mittlerer Hitze 2 Stunden braten.
Die Alufolie aufschneiden, und wenn der Braten noch nicht knusprig braun ist, bei starker Hitze fertigbraten.

Beim obigen Rezept wird das Fleisch sehr zart und es ist sehr wohlschmeckend.

Guten Appetit!

Zusammen mit etwas Pfefferminze gekocht, eignet sich das Kochwasser sehr gut zum Zubereiten von Fleischsalaten.

Currypulver – die Gewürzmischung selbstgemacht

Currypulver

ist eine sehr alte Gewürzmischung, die in vielen Ländern dieser Erde sehr beliebt ist. Sie kommt ursprünglich aus Indien, wo jeder Haushalt sein eigenes uraltes und traditionelles Originalrezept zur Bereitung des „Curry“ hat, dessen Zusammensetzung gewöhnlich geheim ist. Sein Name stammt von der indischen „Kari“ – Soße, aus welcher die englischen Kolonisten Curry machten und in ganz Europa verbreiteten.
Diese Gewürzmischung kann mild, scharfschmeckend oder süßsäuerlich zubereitet werden. Entsprechend dem gewünschten Geschmack und dem Schärfegrad kann Currypulver 10 bis 30 verschiedene Gewürze enthalten.
Hauptbestandteil ist Kurkuma oder Kurkume (Curcuma longa – auch genannt Gelber Ingwer, Safranwurzel, Gelbwurzel oder Gilbwurzel) mit ihrem eigentümlichen Aroma. Es ist der Wurzelteil einer tropischen Pflanze, die auch eine färbende Wirkung hat.
Weitere Bestandteile des Currypulver sind das Mahlgut von Ingwer, weißem Pfeffer, Piment, Paprika, Gewürznelken, Koriander, Kardamom, Bockshornkleesamen, Muskatnuß, Zimt, Kümmel, Rosmarin, schwarzem Pfeffer und Muskatblüten. Wenn dieser Gewürzmischung noch Cayennepfeffer zugefügt wird, dann wird es ein sehr scharfes und beißendes Gewürz.
Currypulver wird zum Abschmecken fertiger Eier-, Reis-, Tomaten-, Geflügel-, Fisch-, vielerlei Fleischgerichten und zur speziellen Zubereitung von Soßen verwendet. Das Gewürz hat eine die Verdauung fördernde Wirkung.

Rezepte für selbstgemachtes Currypulver

Dafür möchte ich Ihnen drei Rezepte vorstellen:

Milder Curry

Je 7 bis 8 Teile gemahlenen Rosen- oder scharfen Paprika, Ingwer, Kardamom, je 10 Teile Kurkuma und Piment, 12 Teile schwarzen Pfeffer, je 3 Teile Gewürznelken, Zimt, Muskatnuß und 2 Teile Kümmelkörner feingemahlen miteinander vermischen.

Scharfer Curry

Je 15 Teile scharfen Paprika, schwarzen Pfeffer, Kurkuma und Korianderkörner, 10 Teile Ingwer, 5 Teile Kardamom, je 3 Teile Kümmel, Gewürznelken, Muskatblüten, Zimt und weißen Pfeffer feingemahlen miteinander vermischen.

Halbsüßer Curry

Je 5 Teile Kurkuma, Edelsüßpaprika, Ingwer, je 3 Teile Koriander, Bockshornkleesamen, Kümmel, Gewürznelken und Zimt, je 2 Teile Knoblauch- und Meerettichpulver feingemahlen miteinander vermischen.

Die obigen Rezepte für selbstgemachtes Currypulver können je nach dem persönlichen Geschmack und der gewünschten Schärfe individuell abgeändert werden. Sie erhalten in jedem Fall Ihre eigene und persönliche Haushaltsmischung für Currypulver. Die fertige Gewürzmischung anschließend trocken und in einem gut verschließbaren Glas aufbewahren.

Pflanzengewürzmischungen – einfach selbstgemacht

Pflanzengewürzmischungen

Gewürze werden durch den Menschen bereits seit Urzeiten genutzt. Damit verfeinerte bereits der Urmensch geschmacklich seine Speisen. Er entdeckte diese Gewürze wahrscheinlich auf der Suche nach eßbaren Pflanzen. Erste schriftliche Belege für den Gebrauch von Gewürzen finden sich in Papyrusrollen aus Uruk (heute Warka im Irak), die zwischen 3000 und 2700 v. Chr. datieren. Das älteste Dokument ist ein in Keilschrift geschriebenes Textfragment, in dem Sesam, Kardamom, Kümmel, Thymian und Safran genannt werden.
Gewürze zählten in Europa lange Zeit zu den kostbarsten Gütern, die man für den Gebrauch im eigenen Haushalt erwarb. Besonders solche Gewürze, die über den Gewürzhandel nach Europa gelangten, wie Pfeffer, Zimt, Muskat, Gewürznelken und Ingwer. Diese Gewürze waren aufgrund der langen Transportwege sehr teuer und wurden gewöhnlich nur in wohlhabenden Haushalten verwendet. Dagegen waren die heimischen Gewürze, wie die verschiedenen Senfarten, Salbei, Petersilie, Dill, Kümmel, Minze, Fenchel und Anis, erheblich preisgünstiger zu bekommen und wurden deshalb für die Zubereitung von Mahlzeiten schichtübergreifend in allen Bevölkerungsschichten breit verwendet. Erst nachdem langsam die Preise fielen, wurden auch die orientalischen und tropischen Gewürze zu einem alltäglichen Bestandteil unserer Speisen.

Varianten für feine Pflanzengewürzmischungen

Für feine Pflanzengewürzmischungen sind vor allem zwei Varianten bekannt. Diese Pflanzengewürzmischungen sind für Innereien, Braten-, Wild- und Geflügelgerichte sowie zur Zubereitung von Suppen, Salaten, Soßen, Eintopfgerichten, Beilagen und gewürzter Butter vielseitig verwendbar.
Die dafür verwendbaren Gewürze kann man leicht im Handel erwerben, denn es gibt ein vielfältiges Angebot an getrockneten Gewürzen. Beim Zubereiten der Pflanzengewürzmischungen sollte man die getrockneten Gewürze zwischen den Fingern noch feiner zerreiben. In dieser Form eignet sich die fertige Gewürzmischung auch zum Nachwürzen. Die Pflanzengewürzmischung behält ihr Aroma, ihre Würzkraft, vor Licht geschützt und in einem gut verschlossenen Gefäß aufbewahrt, über längere Zeit.

Rezepte

Zwei einfache selbstgemachte Pflanzengewürzmischungen möchte ich vorstellen.

Pflanzengewürzmischung für Fleischgerichte

Die Hauptbestandteile sind Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Basilikum, Majoran, eventuell etwas Thymian, Rosmarin, Salbei und Oregano.

Pflanzengewürzmischung für Suppen, Soßen und anderes

Die Hauptbestandteile sind Sellerie, Petersilie, Zwiebel, Knoblauch, Estragon, Majoran, Bohnenkraut und Schnittlauch.

Die jeweiligen Anteile in den Gewürzmischungen können Sie selbst nach ihrem persönlichen Geschmack varieren.

Moosbeeren – ausgewählte Rezepte der russischen Küche

Moosbeeren in der russischen Küche

Moosbeeren werden bereits seit Jahrhunderten als ein bewährtes Heilmittel in der russischen Volksmedizin verwendet und bilden die Grundlage vieler Heilrezepte (siehe auch: Moosbeere (Vaccinium) – ein Überfluss an nützlichen Stoffen).
Bei den Moosbeeren haben die meiste Bedeutung der Inhalt an Zuckern, organischen Säuren, Pektinen und Vitaminen. Die Zitronensäure überwiegt bei den Beeren. Glukose und die Fruktose nehmen die Hauptstelle bei den Zuckern ein, weniger bedeutend ist die Sacharose. In bedeutender Anzahl ist in den Beeren auch das Pektin enthalten. Ebenfalls sind Moosbeeren sehr reich an Vitaminen. Neben anderen Vitaminen enthalten sie weiterhin die Vitamine B1, B2, B5, B6 und PP. Die Moosbeere ist auch eine wertvolle Quelle des Vitamins K1, jedoch auch die Vitamine A, B3, C und E sind enthalten.
An Mikroelementen sind in bedeutender Anzahl das Kalium und Phosphor, Kalzium ist geringer enthalten. Verhältnismäßig gibt es viel Eisen, Mangan, Molybdän und Kupfer. Außerdem gibt es Jod, Magnesium, Barium, Kobalt, Nickel, Zinn, Silber, Titan, Chrom, Zink, Aluminium und andere.
Moosbeeren werden bis heute auch in der russischen Küche gern verwendet, beispielsweise in Rezepten für Soßen, Salate, Marmelade und Saft. Ebenfalls sind Moosbeeren eine bemerkenswerte Grundlage für Nachtische, ein schöner Zusatz zu Platten aus Fleisch und Geflügel.

Rezepte

Der Rezepte gibt es eine Vielzahl, eine kleine Auswahl davon, möchte ich vorstellen:

Moosbeeren-Apfelsouffle

100 g Moosbeeren, 1 Apfel, 100 ml süßer Weißwein, 100 ml Sahne-Joghurt, 2 Eier, 20 g Zucker, 3 Platten Gelatine.

Den Apfel schälen und das Kerngehäuse entfernen, in Scheibchen schneiden und im Weißwein weichkochen. Dann auf ein Sieb geben, die Flüssigkeit abfließen lassen, die Stückchen des Apfels zu Püree verreiben und kühlen. Ins Apfelpüree die Hälfte des Joghurts und die Hälfte des geschlagenen Eiweisses geben und alles recht gut vermischen. Die Moosbeeren im Wasser mit dem Zucker etwa 25 bis 30 Minuten kochen, auf ein Sieb geben und zu Püree verreiben. Dann die im Wasser aufgelöste Gelatine ergänzen und kühlen. Den verbliebenen Joghurt und die gerührten Eigelbe zugeben und vermischen. Das Souffle in Formen geben – auf den Boden das Moosbeeren-Püree und darauf das Apfel-Püree.

Die Formen kühlen. Vor dem Servieren die Formen kurz ins warme Wasser geben und das Souffle auf einen Teller stürzen.

Moosbeerengelee

1 Kg Moosbeeren, 0,5 l Zucker, 0,25 l Wasser

Reife große und weiche Beeren waschen, in einen emaillierten Kochtopf legen und das Wasser ergänzen. Den Deckel auflegen und die Beeren weich kochen. Danach die Beeren ausdrücken, den Saft in einen anderen Topf geben, den Zucker ergänzen und alles vermischen. Auf kleiner Hitze die Masse bis zu dem Gelee kochen.

Das Moosbeerengelee heiß in sterilisierte Gläser geben und mit einem sterilen Deckel verschließen.

Moosbeerengetränk

200 g Moosbeerenkompott, 2 EL Bienenhonig, 1 l Wasser

Alle Zutaten in einem Gefäß etwa 30 Sekunden mixen.

Moosbeerenkompott

400 g Moosbeeren, 150 g Zucker, 1/8 l Wasser

Die Beeren zusammen mit dem Zucker im Wasser aufkochen, bis sie geplatzt sind.

Wenn man dieses Kompott als Beilage zu Wild oder Rinderbraten haltbar machen will, verwendet man so wenig wie möglich Wasser (oder läßt es köchelnd etwas eindicken). Das dicke Kompott hält sich im geschlossenen Glas ohne Sterilisieren. Gut schmeckt dieser Kompott im Gemisch mit Apfelmus.

Moosbeerenkonservierung (Variante)

1 Kg frische Moosbeeren, 300 g Zucker, 1 l Wasser

Die Moosbeeren säubern und waschen, dann mit dem Zucker und dem Wasser in einen Topf geben und alles gut vermischen bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat. Danach in große sterile Gläser füllen und an einem kühlen (max. + 10 °C) und dunklen Platz stellen. Auf diese Weise vorbereitete Moosbeeren sind etwa 1 Jahr haltbar.

Der Saft kann getrunken und die Beeren können gegessen werden.

Moosbeerenkuchen

100 g Sahnebutter, 200 g Zucker, 4 Eier (Eigelb und Eiweiß trennen), 1 Zitronen- oder Apfelsinenschale (chemisch unbehandelt), 0,25 l Milch, 500 g Mehl, 250 g Rosinen, 250 g Moosbeeren, 200 g Zwieback, Puderzucker

Die Butter zerlassen und mit dem Zucker mittels Mixer kräftig verrühren, unter fortgesetztem Rühren die 4 Eigelbe zugeben, die feingeschnittene Zitronen- oder Apfelsinenschale, die Milch und 100 g Mehl.
In einem gesonderten Napf die 4 Eiweiße schlagen bis sie schaumig und fest werden. Danach in den Teig ergänzen und 400 g Mehl dazugeben. Alles zu einem glatten Teig vermischen.
Danach den Boden einer hohen Backform (beispielsweise für Rosinenkuchen) mit wenig Teig bedecken.
Die Moosbeeren waschen und in Zwiebackmehl trocken rollen. Danach die Moosbeeren auf den Teig geben und mit dem restlichen Teig abdecken.

Mit mittlerer Temperatur ausbacken und anschließend den Kuchen von oben mit Puderzucker bestreuen.

Moosbeerenkonfitüre

1 Kg Moosbeeren, 750 g Zucker, etwas Wasser

In sehr wenig Wasser (Boden des Topfes gerade bedeckt) die Beeren weich kochen, dabei mehrfach umrühren. Den Zucker zugeben, nochmals gut durchkochen und in sterile Gläser füllen.

Rinderbraten und Schweinebraten – einfache Rezepte

Rinderbraten und Schweinebraten

gehören zu den typischen Braten unserer Küche. Das jeweilige Grundrezept diese Braten ist relativ einfach, jedoch gibt es viele Varianten an Rezepten. Auch der eigenen Kreativität ist ein breiter Raum gegeben. Sehr beliebt ist die Beigabe von Pilzen. Pilze ergeben einen feinen und aromatischen Geschmack, die diesen Braten eine besondere Note verleihen.
Früher wurden dafür die reichlich selbst im Wald gesammelten Pilze verwendet. Heute haben wir es etwas einfacher, denn wir können die für den Braten geeigneten Pilze gewöhnlich alle im Handel erwerben.

Rezepte

Einige Rezepte für diese Braten möchte ich vorstellen:

Geschmorter Rinderbraten

50 g Speck, 50 g Fett, 750 g Schmorfleisch, Salz, Wurzelwerk, 1 Zwiebel, 100 g Tomaten, Tomatenmark oder Pilze, 3/4 l Brühe oder Wasser, 1 1/2 TL Kartoffelstärke, 1/8 l saure Sahne

Den Speck, in Scheiben geschnitten, in das heiße Fett geben, glasig werden lassen und herausnehmen. Das geklopfte Fleisch rasch ringsum anbraten, mit Salz bestreuen, die Speckscheiben obenauflegen, geputztes Wurzelwerk, Zwiebelscheiben und Tomaten, Tomatenmark oder Pilze zufügen. Wenn die Beilagen leicht mit angebraten sind, nach und nach die heiße Brühe zugießen und das Fleisch zugedeckt schmoren. Den garen Braten auf einem Teller etwas auskühlen lassen und dann erst in Scheiben schneiden. Die Soße durchschlagen. Das Stärkemehl in Sahne oder Wasser anquirlen und kurz aufkochen lassen.

Rinderbraten mit Pilzen

150 g Frischpilze oder 20 g tags zuvor eingeweichte Trockenpilze, 80 g Schweineschmalz, Salz, Pfeffer, 800 g Rindfleisch (Lende, Keule oder Schulter), 1 Zwiebel, 1/2 l Pilzbrühe, 2 TL Kartoffelstärke, etwas saure Sahne

Das Schmalz erhitzen und darin das vorbereitete, gesalzene und gepfefferte Fleischstück von allen Seiten anbraten. Die würflig geschnittene Zwiebel zugeben, bräunen lassen, Pilzbrühe aufgießen und den Braten weich schmoren.
Kurz vor Beendigung des Schmorens die geschnittenen Pilze zugeben, eventuell Pilzbrühe nachgießen und 15 Minuten weiterschmoren. Die Soße mit angerührter Kartoffelstärke binden, abschmecken und mit Sahne verfeinern. Die Pilzstückchen bleiben in der Soße.
Für dieses Rezept sind viele Pilzarten geeignet, besonders Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge.

Geschmorter Schweinebraten

750 g Schweinekamm, 3/8 l Wasser, Salz, 1 Zwiebel, 1/8 l saure Sahne oder Buttermilch, 1 EL Mehl

Das gewaschene Fleisch in 1/8 l kochendes Wasser legen und zugedeckt dünsten lassen, damit sich das Fett aus dem Gewebe löst. Das mit Salz bestreute Fleisch ringsum kräftig anbraten. Danach die Zwiebelscheiben und 1/4 l heißes Wasser zugeben und zugedeckt schmoren. Die Soße mit dem in saurer Sahne angequirlten Mehl binden.
Statt oder gemeinsam mit der Zwiebel kann als Würze etwas Beifuß verwendet werden.

Schweinebraten

750 Gramm Schweinefleisch, etwa 1/2 Liter Wasser, Salz, 100 Gramm Apfel, 1 Zwiebel, 2 TL Kartoffelstärke

Das Fleisch mit 1/8 Liter kochendem Wasser ansetzen, in dem abgesonderten Fett unter wiederholtem Begießen und mit der Zugabe von Salz braten. Nach 1/2 Stunde den geviertelten Apfel und die Zwiebelscheiben zufügen, ab und zu auch wenig heißes Wasser, damit der Bratsatz nicht anbrennt. Das gare Fleisch herausnehmen und den Bratsatz mit 1/4 Liter heißem Wasser aufkochen, durchschlagen und mit kalt angerührtem Stärkemehl binden.
In die unzerschnittene Zwiebel können 1 bis 2 Nelken gesteckt werden. Auch ein Zweig Beifuß ist eine passende Würze.

Guten Appetit!

Schmerzen – sanfte und natürliche Schmerzmittel

Schmerzen

Schmerzen sind vielfältigster Ursache. Oft sind Schmerzen mit Erkrankungen des stütz-motorischen Apparates verbunden, wie Neuralgie, Muskelschmerzen, Entzündungen der Muskeln und Nerven. Bei diesen Erkrankungen können auch natürliche Schmerzmittel, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, wie Salben, Linimente und Cremes, die in die Haut eingerieben werden und gegen die Schmerzen wirken.
Diese natürlichen Schmerzmittel tragen zur Entspannung der Muskeln bei, verbessern die Stoffwechselprozesse, den Blutkreislauf und erhöhen die Elastizität der Bänder.
Sie führen zu einem verstärkten Blutzufluss an jene Stelle, die eingerieben wurde, wobei die Empfindung der Wärme entsteht und die Haut errötet. Der sich dadurch steigernde Stoffwechselprozess hilft die Schmerzen von der betroffenen Stelle abzunehmen.
Zu den Inhaltsstoffen dieser Schmerzmittel gehören lindernde Stoffe, die auf die Rezeptoren der Haut und den subkutanen Zellstoff einwirken. Sie haben einen ablenkenden Effekt, in dem sie zum Kribbeln und Brennen führen.

Schmerzmittel

Die moderne Medizin unterscheidet bei den Schmerzmitteln hauptsächlich nach drei große Gruppen – einfache Schmerzmittel („nichtopioide Analgetika“), darunter auch pflanzliche Schmerztherapeutika und Homöopathika, starke Schmerzmittel (Opioide) und betäubende Mittel (Lokalanästhetika).
Bei leichten und mittleren Schmerzen sind auch pflanzliche Mittel zur Schmerzlinderung gut geeignet. Sie können meist rezeptfrei aus der Apotheke bezogen oder selbst hergestellt werden.

Für die Behandlung von Radikulitis, Neuralgie und kranken Gelenken werden Salben mit Bienengift verwendet. Sie verringern die Schmerzen, verzögern die entzündlichen Prozesse und haben einen ablenkenden Effekt.
Es gibt auch Salben auf der Grundlage von Schlangengift, die über einen aufsaugenden Effekt verfügen und das Immunsystem aktivieren. Auch das Schlangengift wirkt gegen die Schmerzen. In den Apotheken gibt es eine große Auswahl dieser Salben.

Die am meisten in Russland verbreitete Salbe ist „Viprosal“, die das Gift der Levanteotter enthält und der Weißtannenöl, Kampfer und andere Stoffe beigefügt sind.
Von den nach Russland importierten Cremes und Salben wird unter anderen „Finalgon“ empfohlen, deren Wirkstoff ein Extrakt des Cayennepfeffers ist.
Für die Behandlung von Radikulitis und Neuralgie eignen sich ebenfalls Pfefferpflaster. Diese herkömmlichen Wärmepflaster enthalten Capsicain oder eine synthetische Form davon, das eine Hautreizung verursacht und auf diese Weise die Durchblutung anregt. Besonders reichhaltig ist das natürliche Capsicain in scharfen Paprikasorten enthalten.

Verstärkung der Wirkung von Salben und Cremes

Die Heilwirkung der Salben und Cremes können Sie verstärken, in dem der wunde Punkt vor der Einreibung mit warmem Seifenwasser abgewaschen und nach dem Auftragen der Salbe oder Creme, mit einem wollenen Tuch oder Schal eingewickelt wird.
Einreibungen sollten immer in kleinen Dosen beginnen, da es die Allergie gegen einzelne Wirkstoffe geben kann.

Selbstgemachte einfache Schmerzmittel

Natürlich können Schmerzen auch mit selbstgemachten natürlichen Schmerzmitteln wirksam gelindert werden. Sie nutzen die gleichen Wirkstoffe, wie sie auch in der Industrie für die Herstellung von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Heilmitteln verwendet werden.

R E Z E P T

Eines dieser selbstgemachten Schmerzmittel gegen Schmerzen aus der russischen Volksmedizin möchte ich Ihnen vorstellen.

Mischen Sie je 0,25 l Sonnenblumenöl und Kerosin (Petroleum), geben die Mischung in eine Flasche und fügen 5 bis10 scharfe rote Paprikafrüchte (Chili, Peperoni, Cayennepfeffer) hinzu. Dazu drehen Sie die Paprikafrüchte zuvor durch einen Fleischwolf.
Die Flasche stellen Sie fest verschlossen für 9 Tage an einen warmen Ort, dabei täglich durchschüttelnd.
Mit der fertigen Mischung reiben Sie das Gebiet des Schmerzes für die Nacht ein und ziehen am Morgen wollene Unterwäsche und Socken an.

Das Heilmittel kann über mehrere Monate in der fest geschlossenen Flasche gelagert werden, ohne dass es seine Wirksamkeit verliert.

Weitere Rezepte für derartige Schmerzmittel, die schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, können Sie unter anderem hier finden: Pflanzen – entzündungshemmend und ausführend

Heidelbeeren – Verwendung in Küche und Heilkunde

Heidelbeeren

(Vaccinium myrtillus), regional auch Blaubeeren genannt, sind eine Art aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) und gehören in die Familie der Heidekrautgewächse. Die Pflanze wächst in den gemäßigten und nordischen Zonen Eurasiens und besiedelt dabei Gebiete von der Ebene bis ins Gebirge. Von April bis Mai blüht die Heidelbeere, die Früchte reifen von Juli bis September.

Heidelbeeren sind eine beliebte Beerensorte und lassen sich sowohl frisch verzehren als auch in der Küche verwerten. Vor dem Verzehr selbstgepflückter, ungewaschener Beeren wird allerdings aufgrund der möglichen Anhaftung von Eiern des Fuchsbandwurms gewarnt. Es ist daher ratsam, die Heidelbeeren zu kochen. Aus den Beeren kann man viele Gerichte herstellen, bekannt sind u.a. Heidelbeerkompott, Heidelbeermarmelade, Heidelbeereis, Heidelbeerkuchen und Hefeklöße mit Heidelbeeren.

Heidelbeeren in der Heilkunde

Heidelbeeren enthalten Fruchtsäure, Zucker, Pektin, Gerbstoff und Vitamine. Außerdem enthalten Heidelbeeren für den Organismus wichtige Nährstoffe, die auch in Form von Saft, Wein oder Tee in den Körper gelangen. Für Heilzwecke werden auch die Blätter verwendet, die von Juni bis Oktober gesammelt werden. Heidelbeeren üben eine sehr gute Wirkung auf die Darmflora aus, da sie die Darmschleimhäute widerstandsfähig machen. Sie leisten außerdem bei Verdauungsstörungen, chronischem Darmkatharr, Darminfektionen, Durchfall und Mundhöhlenkrankheiten gute Dienste.
Im Mittelalter galt die Heidelbeere als eine Arzneipflanze, insbesondere auch wegen der Inhaltsstoffe ihrer Blätter. Aufgüsse aus den Blättern der Beere waren ein bewährtes Hausmittel bei vielen Beschwerden, wie auch Blasenschwäche, Gicht, Rheuma, und Zahnfleischentzündungen.

Rezept

Ein Rezept für „Heidelbeermarmelade“ oder auch „Blaubeermarmelade“:

Heidelbeermarmelade

1 Kg Heidelbeeren, 600 g Zucker

Die Heidelbeeren waschen und auf einem Sieb abtropfen lassen. In einem Emailletopf unter ständigem Rühren dick kochen. Den Zucker zugeben und noch 10 Minuten kochen lassen.
Anschließend heiß in sterile Gläser füllen und die Marmelade ausgekühlt mit Kunststofffolie verschließen.

Wer Heidelbeeren selbst sammelt und diese konservieren möchte, kann diese Frosten oder auch Einkochen. Die im Handel angebotenen Kultursorten können auf gleiche Weise verarbeitet werden.

Guten Appetit!

Leber – ein hochwertiges Nahrungsmittel in der Küche

Leber – ein hochwertiges Nahrungsmittel

Die Leber von Tieren ist ein hochwertiges Nahrungsmittel, da sie einen hohen ernährungsphysiologischen Wert hat. Unter anderem enthält sie Eiweiß, viele Vitamine der Gruppe B, die Vitamine A, C, D und E, die Spurenelemente Kalzium, Eisen, Zink, Kalium, Selen und Magnesium.  Allgemein enthält sie vor allem viel Vitamin B, Vitamin A, Eisen, Zink und Selen. Besonders die Schweineleber ist sehr reich an Eisen.  Zudem ist sie kalorienarm und lässt sich leicht und sehr schmackhaft zubereiten.
Es gibt viele Rezepte für die Zubereitung in den Küchen der verschiedensten Kulturen. Übliche Verarbeitungsformen sind dabei das Braten und Schmoren.

Rezepte

Zwei einfache Rezepte aus dieser Vielfalt der Zubereitung möchte ich vorstellen:

Geschmorte Leber

400 g Leber, 2 EL Fett, 40 g Speck, 1 Zwiebel, 2 bis 3 EL Mehl, 1/2 l Brühe, 125 g Äpfel, Salz, Pfeffer, Zucker

Die Leber nach dem Entfernen der Röhren waschen und in Scheiben schneiden. In dem Fett Speck- und Zwiebelwürfel anbraten und die Leber zufügen. Sobald sie gebräunt ist, das Mehl überstäuben. Hat auch das eine braune Farbe angenommen, die kochende Brühe auffüllen und die Leber gut schmoren. Die Apfelscheiben zufügen und die Soße mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Die Leber kann auch, unzerschnitten, mit 5 cm langen Speckscheiben gespickt, gebraten und unter Zugabe von saurer Sahne oder Buttermilch und Brühe gar geschmort werden. Statt Apfel läßt sich 1 EL Tomatenmark zufügen.
In ähnlicher Art und Weise lassen sich auch Nieren zubereiten, anstatt der Apfelscheiben nimmt man dann Senfgurken.

Gebratene Leber

600 g Leber, Mehl, 2 EL Pflanzenmargarine oder Fett, Salz, Pfeffer

Die gehäutete Leber waschen, abtrocknen und in Scheiben schneiden, dabei die Röhren entfernen. Die in Mehl gewendeten Leberscheiben in der heißen Margarine auf beiden Seiten in 5 bis 8 Minuten gar braten. Leicht mit Salz und Pfeffer bestreuen.

In dem Bratfett anschließend gebräunte Zwiebel- oder Apfelscheiben lassen sich zusammen mit der inzwischen heiß gehaltenen Leber anrichten. Als Beilage eignet sich Kartoffelpüree.

Guten Appetit!